Entwicklung nach einem Jahr im Oktober 2014

Wie aus den Fotos und Messreihen ersichtlich ist, entwickeln sich die vier Systeme unterschiedlich und verbrauchen unterschiedlich viel Strom, Wasser und Dünger. Auch die Messfühler ergeben unterschiedliche Temperaturen vor und hinter den Wänden im Vergleich zu denen direkt darüber. Das bedeutet, dass die Systeme unterschiedliche Dämm- und Kühleigenschaften haben.

Manche Flächen scheinen zu viel Dünger bekommen zu haben (sehr üppiger Wuchs, überhängend), andere kümmern fast (Untergrund sichtbar, sehr kleine Blätter). Teilweise tropft das Wasser förmlich aus jeder Pore, andere sind staubtrocken. Manche Pflanzenarten sehen auf keiner Wand gut aus, andere gedeihen prächtig.

Sprich: es liegen bereits aus diesem ersten Jahr jede Menge Daten und Beobachtungen vor, die allerdings behutsam interpretiert werden müssen. Oder lieber gar nicht? Handelt es sich gar nicht um ein 'Ergebnis' im Sinne des Versuches sondern um einen Ausrutscher, weil ein Ventil 'durchgegangen' oder die Vorgabe der Anlage für die Südseite schlichtweg zu gering gewesen war. Und dann dieser Winter, der eben gar keiner war - wie ist der zu werten?

Weil Grünclusiv nicht im Elfenbeinturm zu Hause ist, sondern gerne Theorie und Praxis an einen Tisch bringt, fand deshalb am Rande der GaLaBau-Messe in Nürnberg ein Treffen statt, bei dem sich die teilnehmenden Firmen, die Bay. Landesanstalt Veitshöchheim und der Verein Grünclusiv zusammengesetzt und die ersten Ergebnisse sowie die weitere Vorgehensweise diskutiert haben.

Auf jeden Fall bestand Einigkeit, dass der Versuch über mehrere Jahre laufen soll (muss) und ein Feintuning nötig ist. Die Pflegeaufgaben sowie die nötige Wartung sollen konkretisiert werden, Wasser- und Düngermengen werden künftig öfter angepasst - durch regelmäßig in eine Dropbox eingestellte Fotos bekommen die Firmen die Möglichkeit, auch aus der Distanz den Zustand ihrer Wände zu beurteilen. Hinzu kommen präzisere Aussagen zu Feuchtigkeit, Vitalität und besonderen Vorkommnissen, um angemessen reagieren zu können.

Trotzdem konnte festgehalten werden, dass der Versuch sehr konstruktiv und interessant verläuft und schon jetzt die Akzeptanz und die Freude an den grünen Wänden sehr groß ist. Alle Beteiligten - v.a. auch die Mitarbeiter von SUN, wo der Versuch stattfindet - freuen sich jeden Tag über die blühenden Wände. Und die Cranberries sind auch bald reif ...

Noch mehr Infos zum Projekt unter Pressespiegel