Fernsehbeiträge Frankenschau - Fernsehgarten: Steingarten - 23.05.2004

Wenn wir in den Ferien im Gebirge wandern, fasziniert die besondere Vegetation dieser Regionen.

Autorin: Nannette Stegner © BR 2004

In einem eigenen Steingarten können viele dieser Pflanzen wachsen. Dem Naturschutz zuliebe sollten aber Zuchtformen aus dem Fachhandel gekauft werden. Und manche der alpinen Gewächse stellen besondere Ansprüche, wie etwa hohe Niederschlagsmengen. Für unser trockeneres Klima in Franken sind sie dann nicht unbedingt geeignet. Die Fachleute vom Verein Grünclusiv zeigen, welche Gebirgsschätze auch bei uns blühen und gedeihen.

Grundstücke am Hang, in Terrassen unterteilt und abgestützt: da gehen Steingarten und Trockenmauer fließend ineinander über. Ganz spezielle Gewächse lieben diese Lage: pralle Sonne und eher trocken. Die Steingartenpflanzen schmücken Mauern an Treppen und Eingängen oder wie hier: den offenen Blick aus dem Kellerfenster.

Roter Sandstein aus der Rhön bildet einen satten Farbkontrast zu den hellen Blüten und den grünen Blättern. Eine Variante für sonnige Hausseiten. Im Schatten eignet sich heller Kalkstein, zum Beispiel aus dem Altmühltal, besser. Zwischen den Kieseln: ein ideales Plätzchen für mediterrane Kräuter.

Rainer Goldmann, Dipl.-Ing. für Gartenbau, hat sich auf Stauden spezialisiert. Auch in unserem Fernsehgarten kümmert er sich um die Blumenbeete. Bei sich selbst zu Hause im Nürnberger Knoblauchsland entstand sein ganz persönlicher Steingarten: ohne technische Funktion innerhalb des Grundstückes, ganz als Meisterstück eines Liebhabers der Gebirgs- und Steppenflora. Um deren Natur nahe zu kommen, gilt es bereits beim Bau des Gartens überlegt vorzugehen.

Auf dem auch bei uns heimischen Teppichthymian tummeln sich mit Vorliebe Bienen. Aus dem kargen Boden zwischen den Sandsteinen verbreiten sich ganze Polster von Zwergstorchenschnabel, Silbergarbe und Mittagsblume. Neben vielen Einjährigen gibt es von diesen sonnengelben Sukkulenten auch mehrjährige Sorten.

Bartfadenblume und Küchenschelle - dieser Frühjahrsblüher bleibt auch als Fruchtstand noch dekorativ.

Beim Lein sollten nur ausdauernde Sorten in den Steingarten kommen, denn die Pflanzen bestimmen, wie aufwendig die Pflege wird. Ein eigenes kleines Gebirge vor dem Wohnzimmerfenster, am meisten Arbeit macht der Bau. Vor etwa einem Jahr besuchten wir diese Neuanlage in der Gartenbauabteilung der Werkstätten für Behinderte in Nürnberg. Die zarten Pflänzchen verschwanden noch fast zwischen den Gesteinsbrocken. Doch schon jetzt erobern die anspruchslosen Polster ihren natürlichen Lebensraum.

Und auch der traditionelle Partner fränkischer Mauern und Torpfosten erfreut sich neuer Beliebtheit, der Hauswurz füllt langsam aber sicher noch die kleinste Lücke im Gestein.

Unkraut jäten und frei schneiden gehört ab und an auch im Steingarten zur Arbeit, sonst ist von den schönen Steinen, mögen sie noch so groß sein, nach wenigen Jahren nichts mehr zu sehen. Eingewachsen und gepflegt: Gestalten mit der Natur.

Ein überlegt gepflanzter Steingarten blüht vom Frühjahr bis in den Spätsommer. Im Herbst dagegen müssen die Gebirgsgewächse wegen des rauhen Klimas ihrer Herkunftsländer ihren Samen längst ausgebracht haben.

Viele Gartenfreuden und bis zum nächsten Sonntag - Ihre Grünclusiv-Redaktion

Sie haben Interesse am Thema? Nachstehend finden Sie noch Pflanzenlisten.

Autor: Rainer Goldmann, Dipl.-Ing. Gartenbau (FH) und Inhaber einer Staudengärtnerei in Fürth.