Fernsehbeiträge Frankenschau - Pflanzzeit: Hecken, Bäume, Beerensträucher - 11.04.2004

Hagel, Regen, Graupelschauer, aber auch Sonne, Wind und blauer Himmel. Der April zeigt sich von seiner schillerndsten Seite.

Autorin: Nannette Stegner © BR 2004

Durch die niedrigen Temperaturen verharrt die Natur kurz vor dem vollen Austrieb. Ideal ist diese Witterung für das Anpflanzen im Garten. Bei dem kühlen und feuchten Wetter wurzeln und wachsen die Pflanzen langsam, aber nachhaltig. Beste Voraussetzungen für gesunde und kräftige Hecken, Bäume und Sträucher. Jetzt kommen die Jungpflanzen in den Boden.

Mit den Frühlingsblumen beginnt auch die Blüte der Kirschbäume. Wer sich für den Kauf eines Obstbaumes entscheidet, kann wählen zwischen Hochstamm, Halbstamm oder einem niedrigeren Buschbaum. In den deutschen Markenbaumschulen sind die Wuchshöhen streng reglementiert, außerdem kann der Kunde selbst auf Qualitätskriterien achten.

Karlgeorg König: "Bäumchen, die im Boden heranwuchsen, müssen vor dem Blattaustrieb verpflanzt werden, Containerstämmchen haben Zeit bis Juni."

Welche Hecke zu welchem Zweck?

Der Buchsbaum wächst vergleichsweise langsam, eignet sich aber gut für einen Formschnitt. Er gilt daher vor allem als gestalterisches Element im Garten und als Beeteinfassung.

Die Berberitze dient auch ohne Zaun als funktionale Grundstücksabgrenzung, ihre unangenehmen Stacheln schützen vor Nachbars Hund und Katze.

Noch im nackten Winterkleid: eine Hainbuchenhecke, die nur zur warmen Jahreszeit als Sichtschutz in Frage kommt.

Beim Liguster dagegen gibt es Sorten, die das ganze Jahr über ihre Blätter tragen und mit etwa 7,60 EUR pro Meter gehört Liguster zu den günstigsten Heckenarten. Mit Abstand die teuerste Hecke besteht aus heimischer Eibe, die kostet rund 110,- EUR pro Meter. Diese Preise gelten für eine Wuchshöhe von mindestens 80 cm im Gartenfachhandel.

Doch nicht nur die Qualität der Pflanzen bestimmt, ob eine Hecke wächst oder abstirbt, auch bei ihrer Anlage gibt es vieles zu beachten. Pflanzen und Gehölze, die bis zu 2 m hoch werden, müssen nach dem bayerischen Nachbarschaftsgesetz mindestens 50 cm von der Grundstücksgrenze entfernt stehen. Eine Markierung aus Sand oder Sägemehl parallel zum gespannten Faden garantiert, daß der Graben gerade wird. Etwa 30 cm Tiefe brauchen mittelgroße, bis zu 1 m hohe Thujapflanzen. Ein Test im Topf soll zeigen, daß über dem Wurzelballen noch 1-2 cm Platz für eine dünne Erdschicht ist.

Und ganz wichtig: den Ringelwuchs durchtrennen, damit die Wurzeln nicht weiterhin im Kreis wachsen.

Ein Dünger aus Mist, Steinmehl und Algen löst sich im Boden nur langsam auf, das heißt, er versorgt die jungen Pflanzen mit Nährstoffen, ohne die Gefahr, daß ihre feinen Faserwurzeln verbrannt. werden.

Im Abstand von 40 cm wachsen die einzelnen Pflanzen in wenigen Jahren zu einer blickdichten Hecke zusammen. Damit es keine Ausfälle gibt, muß man das Erde- und Düngergemisch um die Wurzelballen fest verdichten. Das Gleiche gilt vor allem beim Gießen als eiserne Pflanzregel: nicht nur einmal ordentlich einschlämmen: sobald die ersten Pfützen versickert sind, gleich noch mehrmals nachgießen, so schließen sich die Luftlöcher und leeren Zwischenräume in der Erde.

Einmal im Jahr brauchen Hecken einen Rückschnitt. Dafür eignet sich die Zeit nach dem ersten Austrieb im Juli. Regelmäßig in Form gebrachte Hecken verkahlen weniger, da die inneren Zweige genug Licht bekommen. Und es sinkt das Risiko, daß einem die Hecke über den Kopf wächst ...

Viele Gartenfreuden und bis zum nächsten Sonntag - Ihre Grünclusiv-Redaktion