Fernsehbeiträge Frankenschau - Fernsehgarten: Moorbeet - 18.04.2006

Heute geht es um echte Exoten.

Autorin: Dagmar Fuchs © BR 2004

Ursprünglich kommen Rhododendron, Hortensie und Azalee aus dem asiatischen Raum. Im Himalaja und Japan finden sie optimale Boden- und Wetterbedingungen. Heute lassen solche Moorbeetpflanzen aber auch in unseren Gärten manch schattige Ecke erstrahlen. Ein paar Tipps sollten Sie beachten, wenn Sie ein Moorbeet anlegen. Dann verzaubern diese Exoten auch Ihren Garten.

Am wohlsten fühlen sich solche Schönheiten im Moorbeet. Der optimale Platz: Ein schmaler Streifen auf der Nordwest-Seite des Hauses oder ein schattiger Vorgarten. Sonne am Morgen vertragen die Blätter der Exoten besonders im Winter nicht.

Moorbeetpflanzen lieben sauren Boden und hassen kalkhaltigen, basischen Untergrund. Deshalb schützen Profis ihre Gewächse von unten durch Folie vor Kalkwasser. Die Unterlage muss Löcher haben, damit sich keine Staunässe durch das Gießen von oben bildet. Rhododendron und Co. gedeihen am besten in Erde mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 5. Hier in Franken müssen die Gärtner mit saurem Torf nachhelfen, der Wasser gut aufsaugt. Denn eines vertragen die Pflanzen gar nicht: Trockenheit, weder im Winter noch im Sommer. Nicht vergessen: Reichlich wässern! Es darf richtig schlammig sein.

Gärtnermeister Karlgeorg König aus Ellingen sucht die passenden Pflanzen für das neue Beet aus. Ein riesiges Angebot:

Es gibt natürlich eine ganze Reihe anderer Pflanzen, die man auch verwenden kann, nämlich die die sogenannten Waldrand-Gehölze, das sind die meisten Hartriegel, Pfaffenhütchen und Schneebälle und viele Stauden, die man als Unterpflanzung verwenden kann. Und natürlich man kann innerhalb der Rhododendren viel variieren: es gibt solche, die blühen sehr früh, solche die blühen etwas später - dann reicht die Blütezeit von Mitte April bis in den Juni hinein.

Die richtige Mischung macht das Beet lebendig: Hohe Rhododendren nach hinten pflanzen, Bodendecker nach vorne. Dazwischen fügen sich Azaleen und der Schneeball ein. Der Wurzelballen der Rhododendren bleibt auch nach Jahren im Beet klein und fein verästelt. So lassen sich die immergrünen Gewächse auch leicht wieder umsetzen. Nach etwa 7 Jahren sollte der Torf um einzeln stehende Pflanzen erneuert werden. Ein bis zwei Mal in der Woche muß das Beet kräftig gegossen werden. Das Wasser soll richtig einsickern.

Für Farbkleckse im Frühjahr eignen sich kleine Stauden. Bergenien, Zwiebelpflanzen und Heidekraut bedecken den boden und verlängern die Blütezeit des Moorbeetes um einige Wochen. Junge Pflanzen brauchen am Anfang etwas organischen Dünger, so als kleine Starthilfe.

Für schön, kräftige Blüten noch ein Expertentipp von Karlgeorg König: "Man geht hin und zupft die Blüten heraus. Das macht man folgendermaßen: wenn die Blüte verblüht ist, geht man an die Knospe heran, nimmt sie und dreht sie mit einem Griff auf die Seite. Dann ist das erledigt und die Pflanze investiert nicht in die Fruchtbildung, sondern hat im Herbst Zeit, neue Knospen anzusetzen. Die Blüte wird dadurch vermehrt.

Wenn Rhododendren an Eisenmangel und unter kalkhaltigem Boden leiden, verfärben sich die Blätter gelb. Eine Behandlung: das Gießwasser mit eisenhaltigem Dünger mischen. Am besten eignet sich aufgefangenes Regenwasser, denn das enthält weniger Kalk als Leitungswasser. Und bis sie wieder blühen, strahlen im Frühling andere schattenliebende Schönheiten - wie das Gedenkemein, Immergrün und Anemonen.

Viele Gartenfreuden und bis zum nächsten Sonntag - Ihre Grünclusiv-Redaktion