Fernsehbeiträge Frankenschau - Fernsehgarten: Düngen - 02.05.2004

Ein verwirrendes Angebot: Dünger in allen Variationen

Autorin: Dagmar Fuchs © BR 2004

Dabei brauchen Pflanzen besonders drei Nährstoffe, um gut zu wachsen: Phosphat, Kali und Stickstoff. Gerade jetzt im Mai wollen sie Nahrung. Aber Vorsicht: Nicht zu viel düngen, sonst leiden Boden und Pflanzen.

Oskar Kreß und Gottfried Röll von der Landesanstalt für Gartenbau in Veitshöchheim beschäftigen sich seit Jahren mit dem Thema Düngen. Ihr Motto: Weniger ist mehr. Beispiel Kompost: 3 Liter auf einen Quadratmeter - so groß wie der Holzrahmen - enthalten genug Phosphat und Kali für die ganze Saison. Eines sollte der Hobbygärtner beachten: "Während des Jahres muß ich zusätzlich noch mit einem Stickstoffdünger nachdüngen, weil Stickstoff doch der Hauptmotor der Pflanze ist, verstärkt aufgenommen wird und er auch sehr stark der Auswaschung unterliegt, deswegen muß ich da immer in kleinen Portionen nachdüngen."

Profis bezeichnen Tomatenpflanzen auch als Starkzehrer, das bedeutet, sie brauchen viel Stickstoff zum Wachsen. Für eine reiche Ernte im Sommer hat Gottfried Röll einen Tipp: Genügend Abstand zwischen den Pflanzen lassen. So können die Tomaten besser wachsen und benötigen auch weniger Dünger. Etwa 50 Zentimeter zu den benachbarten Pflänzchen sollten es schon sein. Kopfsalat ist ein Schwachzehrer, braucht also weniger Stickstoff als Tomaten. Der optimale Abstand zwischen den Pflanzen: etwa 30 Zentimeter.

Horndünger liefert Stickstoff. Je gröber, desto länger dauert es, bis er wirkt. Diese Späne zum Beispiel einige Wochen bis Monate. Um ein Gefühl für Düngermengen zu bekommen, einfach einmal 50 Gramm abwiegen ? soviel brauchen der Kopfsalat, Radieschen und die Bohne. So ein Joghurtbecher ist immer wieder einsetzbar. Organische Dünger immer gut einarbeiten, sonst können ihn die Mikroorganismen im Boden nicht umsetzen und die Wirkung ist gleich null. Mineralischer Dünger, wie das Blaukorn, sind bei vielen Hobbygärtnern wegen der schnellen Wirkung beliebt. Allerdings sollte er sparsam eingesetzt werden: Etwa 20 Gramm ? nicht einmal ein Filmdöschen voll - reichen für einen Quadratmeter aus. Allerdings wirkt er auch nicht lange.

Auch der Rasen braucht jetzt Nahrung. Für die richtige Dosierung des Düngers und für große Flächen erleichtert so ein Streuwagen die Arbeit. Gärtnermeister Karlgeorg König verwendet organischen Dünger. Und nicht vergessen: Viel wässern. Hier noch ein Tipp fürs Blumenbeet: "Grundsätzlich sollte man beim Pflanzen das so machen, wie es in der Natur auch ist. Nämlich immer mit den drei Dimensionen, das heißt:oben steht der Baum, dann die Sträucher und unten das Kraut, also die Bodendecker. Und wenn man das so macht, dann hat man den Boden so geschützt, dass er nicht austrocknet und sich auch Kompost bildet, indem das Laub unten drin verrottet. Natürlich kann man auch folgendes machen: leicht mulchen mit Rindenmulch oder Holzhäcksel, damit der Boden bedeckt und das Bodenleben aktiviert wird."

Und wenn der Boden gesund und im Gleichgewicht ist, dann blühen nicht nur viele Schönheiten. Auch Salat und Co. bedankt sich.

Viele Gartenfreuden und bis zum nächsten Sonntag - Ihre Grünclusiv-Redaktion